Service-Seiten Gesundheit / Januar 2007
von Susanne Groenewold & Kerstin Gruner-Labitzke

Fit wie LEO - Das Wohlfühlprogramm für übergewichtige Kinder und Jugendliche

Fragen Sie sich manchmal, ob Ihr Kind zu dick ist? Oder hat der Kinderarzt Sie auf dieses Thema angesprochen? Sie sind mit Ihren Fragen und Sorgen nicht alleine. In vielen Familien leben übergewichtige Kinder. Je früher Kinder übergewichtig sind, desto größer ist die Gefahr, dass sie schon in jungen Jahren weiter Pfund für Pfund zulegen und diese später nicht mehr loswerden. Babyspeck und Pausbäckchen wachsen sich eben häufig nicht aus. Übergewicht und Adipositas sind ernst zu nehmende Gesundheitsstörungen, die zu den chronischen Krankheiten gezählt werden.



Fit wie LEO

Fit wie LEO berücksichtigt in seinem interdisziplinären Konzept die vielfältigen Ursachen von Übergewicht. Unser Ziel ist dabei eine langfristige Gewichtsstabilisierung bzw. -reduktion ohne Diätstress.



Bei uns treffen sich übergewichtige und adipöse Kinder ab 6 Jahren und Jugendliche unter qualifizierter Anleitung in kleinen Gruppen zum wöchentlichen Ernährungs- und Bewegungstraining. Die Vermittlung der Freude an einem gesunden Essverhalten mit mehr Kohlenhydraten und weniger Fett steht im Mittelpunkt. Mit der Einteilung nach dem Ampelsystem in rote (süße und fettreiche), gelbe (z.B. fettarme Käse- und Wurstwaren) und grüne (Obst, Gemüse, Getreideprodukte) Lebensmittel lernen Kinder leicht und schnell für sich selbst die richtige Auswahl zu treffen. Die Anzahl und Größe der Portionen wird in der Kinder-Lebensmittelpyramide aufgezeigt.



In der Küche im „Haus der Familie e.V." haben die Kinder die Gelegenheit, gesundes Essen zuzubereiten und das Erlernte praktisch umzusetzen. Hier kommen auch Pizza, Döner und Muffins auf den Tisch - aber eben fettarm zubereitet und trotzdem lecker. Auch wenn's manchmal schwerfällt, steht, in Kooperation mit dem Braunschweiger Turn- und Sportverein "Eintracht" e.V., wöchentlich mindestens eine Stunde Sport auf dem Programm. Nicht die schnellste Zeit oder die beste Leistung ist gefragt, sondern der Spaß an der Bewegung ist das Wichtigste. Fast jedes Kind hat auch schon Erfahrung mit Hänseleien gemacht. Rollenspiele und Entspannungstraining unter Leitung einer Psychologin stärken die Körperwahrnehmung und das Selbstbewusstsein. Das Einbeziehen der ganzen Familie sichert die Umsetzung des Erlernten im Alltag. Ohne deren Unterstützung und Willen, etwas an der Familienernährung und dem Bewegungsverhalten zu ändern, haben es die jungen Teilnehmer schwer. Gemeinsam aber fällt es „kinderleicht", richtig zu essen.



Neue Ernährungsgewohnheiten lassen sich nicht von heute auf morgen verändern. Langfristige Erfolge sind nur in kleinen Schritten erreichbar. Während der Kursdauer von 6 Monaten können auch Rückschläge aufgefangen werden. Durch eine langfristige Nachbetreuung werden Erfolge gefestigt.



Seit 2003 haben ca. 200 Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren an Fit wie LEO teilgenommen. Das nach den AGA-Richtlinien selbst entwickelte Programm wird im ERNÄHRUNGSMEDIZINISCHEN CENTRUM BRAUNSCHWEIG durchgeführt. Seit Juli 2005 nimmt Fit wie LEO an der bundesweiten Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Evaluation von Adipositasprogrammen für Kinder und Jugendliche teil.



In regelmäßigen Abständen beginnen neue Kurse. Weitere Informationen finden Sie unter www.fit-wie-leo.de oder rufen Sie uns einfach an.



Ernährungstraining für adipöse Erwachsene

Für massiv übergewichtige Erwachsene mit einem BMI > 40, die schon zahlreiche z.T. nur kurzfristig erfolgreiche Diätversuche hinter sich haben, bietet das ERNÄHRUNGSMEDIZINISCHE CENTRUM in Zusammenarbeit mit Dr. med. Hinrich Köhler, HEH Braunschweig, ein Gruppen-Ernährungstraining an.
Das Auffrischen von altbekanntem Ernährungswissen - aber auch das Ausräumen von „Ernährungsmärchen" - sowie das Analysieren und Korrigieren der eigenen Ernährungsgewohnheiten sind Inhalt dieses Kurses. Weitere Informationen erhalten Sie bei Dr. med. Köhler.

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Service-Seiten Gesundheit / Januar 2007
von Susanne Groenewold & Kerstin Gruner-Labitzke

Chips statt Äpfel - Aus dem (Gleich-)gewicht geraten

Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen

Übergewicht und Adipositas - zwei Begriffe, die sowohl in den Medien als auch in den gesundheitspolitischen Diskussionen immer häufiger Beachtung finden. Nicht nur bei Erwachsenen, sondern bereits bei Kindern und Jugendlichen nehmen Häufigkeit und Schweregrad von Übergewicht und Adipositas alarmierend zu – auch in Deutschland.

Übergewicht bei Kindern begünstigt Übergewicht im Erwachsenenalter. Dabei steigt die Wahrscheinlichkeit mit zunehmendem Alter der Kinder an. Liegt sie bei den 7 -jährigen noch bei rund 40%, ist sie bei den 10-13-jährigen bereits bei 8O°/o. Bei den Jugendlichen bleiben 85°/o auch im Erwachsenenalter übergewichtig.



Ab wann sind Kinder übergewichtig bzw. adipös?
Für die Bestimmung des Gewichtsstatus hat sich in der Praxis die Messung des Body-Mass-Index (BMI) durchgesetzt. Dieser errechnet sich aus dem Körpergewicht geteilt durch die Körperlänge in Metern zum Quadrat (kg/m?). Da der BMI im Kindes- und Jugendalter entsprechend den physiologischen Änderungen der prozentualen Körperfettmasse von deutlichen alters- und geschlechtsspezifischen Besonderheiten beeinflusst wird, müssen beide Faktoren bei der Beurteilung berücksichtigt werden (siehe www.a-g-a.de). Die Arbeitsgemeinschaft für Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) empfiehlt die Verwendung der 90. bzw. der 97. Perzentile als Grenzwert zur Definition von Übergewicht bzw. Adipositas. Damit erfolgt ein nahezu kontinuierlicher Übergang zu den festen Referenzwerten im Erwachsenenalter.



Warum werden manche Kinder dick, andere nicht?
Viele Einflussfaktoren führen zur Entstehung von Übergewicht. Neben Geschlecht, Körpergröße und Alter sowie dem sozialen Status spielen die heutigen veränderten Lebensgewohnheiten eine große Rolle. Das Fehlen gemeinsamer Familienmahlzeiten, „Essen im Vorbeigehen", das große Angebot an Fast food und Fertigprodukten mit ihren zum Teil hohen Fett- und Zuckergehalten bedingen eine zu hohe Energieaufnahme. Kerstin Gruner-Labitzke und Susanne GroenewoldIm Gegensatz dazu nimmt der Energieverbrauch durch körperliche Bewegung ab. Kinder und Jugendliche bewegen sich heute deutlich weniger als noch vor 10 oder 20 Jahren. Die meiste Zeit des Tages wird im Sitzen verbracht: im Auto, beim Essen, in der Schule, bei den Hausaufgaben, vor dem Fernseher, Computer oder Videorecorder. Dass auch die Vererbung eine Rolle spielt, ist inzwischen bewiesen. Die Veranlagung wird aber häufig überschätzt; eine ererbte Veranlagung bedeutet für den Einzelnen kein unausweichliches Schicksal. Vielmehr hat sich nicht selten die Vorliebe für falsche Essgewohnheiten  „vererbt".  Denn  neben  vielem anderen werden innerhalb von Familien auch übergewichtsfördernde Verhaltensweisen weitergegeben, z. B. „Und noch ein Löffelchen für ...", Schokolade als Trostpflaster und Essen aus Langeweile, Stress oder Frust.



Aber nur ein Teil der Bevölkerung reagiert auf diese Entwicklungen und Einflüsse. Dabei werden die schweren Kinder immer schwerer, das Körpergewicht der leichten Kinder verändert sich dagegen nicht



Die Folgen von Übergewicht und Adipositas


Während die körperlichen Auswirkungen des Übergewichts, wie Schäden des Halte- und Bewegungsapparats, zu hohe Blutfettwerte, Bluthochdruck und Diabetes zu den mittel- bis langfristigen Folgen zählen, machen sich die psychosozialen Belastungen schnell bemerkbar. Dicke Kinder sind dem Spott und der Verachtung der Anderen ausgesetzt - und das auch schon im Kindergarten! Resignation und Rückzug enden oft vor dem Computer oder Fernseher. Ohne Freunde, dafür häufig mit Knabbereien. Noch weniger Bewegung, aber noch mehr Essen - ein Teufelskreis beginnt.



Therapiemöglichkeiten

Die AGA empfiehlt in ihren Leitlinien einen interdisziplinären Ansatz mit einem Therapeutenteam aus Ärzten, Ernährungswissenschaftlern, Bewe­gungsfachkräften sowie Psychologen. Und angesprochen werden nicht die Kinder alleine, sondern die ganze Familie. Neben dem Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstraining für Kinder müssen auch die Eltern aktiv mit eingebunden werden.

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Braunschweiger Zeitung von Bettina Thoenes / 9. März 2006

Dem Zucker auf der Spur

Gesunde Ernährung: Mit Hilfe von Farben und Karten lernen es schon die Jüngsten

WESTLICHER RING. „Und jetzt was ganz Schwieriges", kündigt Susanne Groenewold an und hält in der Gruppe der Roten Piraten ein Glas Marmelade hoch. Zögerlich werden die ersten gelben Karten in die Höhe gestreckt.


„Supertoll", lobt die Ärztin die Drei- bis Sechsjährigen. Die Kinder haben begriffen: Marmelade ist zwar gesünder ist als etwa Schoko-Aufstrich oder Pommes, eignet sich aber nicht zum Sattessen.


Dem Zucker auf der Spur

In der Kindertagesstätte Okerpiraten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) an der Spinnerstraße sind die Kinder an diesem Tag als Zuckerdetektive unterwegs. Spielerisch sollen sie lernen, wie sie sich gesund ernähren können.


Gemeinsames gesundes Frühstück inklusive Einkauf, der Verzicht auf Süßes in den Brotdosen und ungesüßter Tee gehören ohnehin zum Alltag in diesem Kindergarten. Dank Spenden der DRK-Ortsvereine Timmerlah/Broitzem und Braunschweig-Mitte hat Kita-Leiterin Monika Ebersold ein weiteres Projekt gemeinsam mit der auf Ernährungsfragen spezialisierten Ärztin Susan­ne Groenewold geplant: An mehreren Tagen macht sie Kinder im Wortsinne begreiflich, wie viel Fett und Zucker sich etwa in Lebensmitteln verstecken.


Dazu dient als Hilfsmittel auch die Ernährungsampel, nach der Lebensmittel grob in drei Farbkategorien eingeteilt werden:

Grünes Licht
gibt es für Lebensmittel zum Sattessen - für Obst, Gemüse, Kartoffeln, Nudeln oder Fisch.

Gelb heißt:
Es handelt sich um eine Ergänzung wie Käse, Wurst, Honig oder Marmelade.

Rot
steht für Genussmittel auf der Ausnahmeliste.

Und schon die Jüngsten trügt nicht ihr sicheres Gefühl für Gesundes und Ungesundes. Pommes, Limonade, Schoko-Creme? Wird klar die rote Karte gezeigt. Fisch? Die Kinder entscheiden sich mehrheitlich für Grün. Als Zuckerdetektive staunen sie kurz darauf, dass 75 die Zuckerstücke auf dem Pappteller für ein Glas Schoko-Aufstrich stehen, 34 Stücke für eine Flasche Limonade und 17 für eine Tafel Schokolade.


Susanne Groenewold, die Projekte sowohl in Kindergärten wie auch Jugendeinrichtungen anbietet, weiß, dass sie nur Impulse geben kann, „Was ich mache, soll ein Anschub sein."


Eine gesunde Ernährung könne nur erfolgen, wenn sie im Alltag vorgelebt werde, sagt auch Monika Ebersold. Deshalb lädt sie die Eltern am Ende des Projekts auch zu einem Eltern-Kind-Nachmittag ein. An diesem Tag wollen die Kita-Mitarbeiterinnen den Eltern auch Anregungen für ein gesundes Frühstück geben.


Vieles, sagt Ebersold, sei einfach eine Frage der Gewohnheit. Wie zum Beispiel der ungesüßte Tee. Die Kinder genießen ihn, und Eltern wundert's.

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Familienmagazin CLICCLAC von Pascal Wannicke / Oktober 2004

Balance-Ausstellung

Haarwald, Herzschlag und vieles mehr ..bei der Reise durch den Körper

Aus unserer Kinder-Redaktion:
CLICCLAC-Besucher zischten mit Bio-Zisch, schmatzten an Himbeermuffins und hüpften, hüpften, hüpften...


An einem sonnigen Sonntag war meine Mutter zum Standdienst für »CLICCLAC« bei der GEK-Ausstellung „Balance" verdonnert. Wir Kinder durften mit! Keine Ahnung, was uns dort in der Braunschweiger Milleniumhalle erwartet. Den Eintritt musste ich mir in einer Menschenreihe von circa 60 Leuten erstehen. Da war Geduld gefragt. Aber als sich endlich der menschliche Bauchnabel vor mir auftat, wurde es ein spannender Rundgang: Ein Wärmebild zeigt gleich zu Beginn, dass ich der heißeste Vertreter meiner Familie bin. Als ich den „Haarwald" durchschritt, erschrak ich doch darüber, wie meine Haut in 40 Jahren aussehen wird!

Balance-Ausstellung

Durch Fahrradstrampeln sollte ich meine Herzfrequenz für drei Minuten konstant halten. Das war nicht so schwer, jedoch konnte ich durch das Stethoskop meinen eigenen Herzschlag nicht hören. Spannend war ein Labortisch, an dem ich verschiedene Bakterien und Viren auf einem Bildschirm sehen konnte. Besonders cool war der Abschluss: Auf riesigen Luft-Liegen konnten die Besucher herrlich entspannen. Rund um den begehbaren Körper waren unterschiedliche Stände mit Aktionen, die aber teilweise Geld kosteten. Die "CLICCLAC-Hüpfburg" gab's gratis mit viel Spaß und Bewegung dazu. Das Team von „Fit wie Leo" lockte mit Spielen wie „Die Zuckerdetektive" oder dem „Fettaugen-Quiz". So tummelten sich viele Eltern bei Bio-Zisch vom Rautheimer HofZeit-Laden und Himbeer-Muffins aus der Backstube des Bio-Brotladens rund um Andreas Mateckis „Peter Pan"-Hüpfburg.

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Familienmagazin CLICCLAC von Astrid Elisat / Oktober 2004

Keine Chance für Fett bei „Fit wie LEO"
- echt löwenstark

Was tun, wenn das eigene Kind zu dick ist?

Wenn es nun mal passiert ist, dass das eigene Kind zu dick ist, dann ist man nicht alleine: Jedes vierte deutsche Kind ist übergewichtig. Diese Kinder leiden nicht nur unter den Folgen des Übergewichts für ihren Körper, sondern besonders auch unter den sozialen Problemen: Sie werden gehänselt und können an den Aktivitäten Gleichaltriger nicht teilnehmen. Bereits Schulkinder haben als gesundheitliche Folgen ihrer vielen Kilos mit erhöhten Blutdruckwerten, mit Haltungsschäden und Gelenkveränderungen zu kämpfen.


„Die Spätfolgen sind mir ganz plötzlich bewusst geworden", erinnert sich Susanne Groenewold, Ärztin und Mutter dreier Kinder. Und bei diesem Gedanken war bereits die Idee geboren, etwas für übergewichtige Kinder zu tun. „Etwas freundliches, ohne Stress für die Teilnehmer", berichtet Kerstin Gruner-Labitzke. Die Diplom-Ökotrophologin war bereits mit der Ärztin bekannt, und schon wurde gemeinsam an der Idee weitergearbeitet.


Jetzt ist das Unternehmen der beiden dynamischen Frauen eineinhalb Jahre alt. „Fit wie LEO" heißt ihr löwenstarkes Wohlfühlprogramm für übergewichtige Kinder und Jugendliche. Und die beiden Ernährungsspezialistinnen sind sich jetzt sicherer denn je: „Der Handlungsbedarf ist groß!" Denn bereits Kindergartenkinder kämpfen mit ihren überflüssigen Pfunden. Deren Ursprung ist ganz klar: Falsch Ernährung und zu wenig Bewegung. Ziel von Groenewold und Gruner-Labitzke ist es, das Gewicht der Kinder langfristig zu stabilisieren, manchmal auch zu reduzieren. „Aber das ist gar nicht so wichtig, denn dadurch, dass die Kinder noch wachsen, werden sie mit der Zeit schlanker, wenn sie nur das Gewicht halten", erklärt Gruner-Labitzke.


Das wöchentliche Programm richtet sich an übergewichtige Kinder ab sechs Jahren und Jugendliche. Unter qualifizierter Leitung gibt es im Ernährungsmedizinischen Centrum sowohl Ernährungs- als auchgemeinsames Kochen Bewegungstraining. Wer wissen will, ob er stark wie ein Löwe ist, ist zu einer kostenlosen Messung der Fett- und Muskelmasse seines Körpers eingeladen. Das tut übrigens nicht weh und dauert nur fünf Minuten - Indianer-Ehren­wort!


Im Mittelpunkt des Programms steht die Freude an gesundem Essen mit weniger Fett und mehr Kohlenhydraten. „Wir beginnen mit der Feststellung des Ist-Zustandes", erzählt Groenewold von ihrer Tätigkeit. Daran könne man sehen, woran besonders gearbeitet werden müsse, erläutert die 40-jährige. Durch die Bioelektrische Impedanz Analyse (BIA) kann die Körperzusammensetzung festgestellt werden. Rund viermal wird sie innerhalb eines Kurses angewandt, oder wenn die Teilnehmer danach fragen.


Die Kinder erlernen ein kompaktes Basiswissen, beispielsweise:
Was sind eigentlich Kohlenhydrate und wo sind die Fette im Essen versteckt?
Es gibt ein Ernährungshaus mit roten (Süßes und Frittiertes), gelben (fettreiche Milchprodukte und Weißmehlprodukte) und grünen (Obst und Gemüse, Vollkornprodukte) Lebensmitteln (ausführliche Informationen unter www.fit-wie-leo.de).


Es wird ein Esstagebuch angelegt, dass aber „nicht ehrlich geführt wird“, berichtet Groenewold verschmitzt. Doch können die Leiterinnen genug daraus erkennen, um ihre Arbeit erfolgreich weiterzuführen. Genauso werden die Bewegungsgewohnheiten dokumentiert. „Wir treffen Zielvereinbarungen, die von der ganzen Familie getragen werden müssen“, so Gruner-Labitzke. Es handele sich ja um keine Diät, sondern um gesunde Kost für alle. Tatsache ist, dass viele Kinder mit Nutella-Toast und Pizza groß werden. „Sie essen kein Obst und Gemüse“, weiß das „Fit wie LEO“-Team aus trauriger Erfahrung.
Außerdem trinken die Kinder zu wenig und wenn sie trinken, dann das Falsche: Eistee, Malzbier und Coca-Cola führen die Hitliste an.


Das „Fit wie LEO"-Team hat für seine Arbeit kompetente Partner gefunden: In der Küche im „Haus der Familie e.V." wird gekocht. Hier können die Kinder lernen, sich ein gesundes Essen selber zuzubereiten. Dreimal pro Kurs werden dort verschiedene Gerichte ausprobiert. In Ansprache mit den Kindern werden Salate, Suppen, aber auch Pizza - fettarm und eben selber gemacht, gezaubert.
„Eis als Sorbet hat bislang jedem geschmeckt", so Groenewold. „Eintracht Braunschweig e.V." unterstützt den sportlichen Bereich.
Dort wird spielerisch der Spaß an der Bewegung vermittelt. Psychologen stärken durch Rollenspiele und Entspannungstraining die Körperwahrnehmung und das Selbstbewusstsein.

Sie unterstützen die Arbeit,  indem sie bei der Stressbewältigung und beispielsweise beim Umgang mit Hänseleien helfen. „Wichtig ist, dass die ganze Familie an einem Strang zieht", weiß Groenewold. Deshalb werden auch die Eltern mit einbezogen: Neben Elternabenden wird in Einzelgesprächen auf die individuelle Situation der Familie reagiert und auch Aufklärungsarbeit geleistet. Denn viele Eltern glauben der Werbung, wenn es heißt: „Ich tue etwas Gutes für mein Kind, wenn ich Fruchtzwerge kaufe".



Eltern sollen kritisch werden und lernen, beispielsweise Werbeaussagen zu prüfen. „Wichtig ist uns der interdisziplinäre Ansatz", unterstreicht Gruner-Labitzke. Nur durch das Zusammenspiel von Ernährung, Bewegung und Verhaltensschulung, ergänzt durch die Elternschule, sei langfristig Erfolg /möglich, betont die 31-jährige. Ein Kurs geht über sechs Monate, das wöchentliche Treffen umfasst 90 Minuten. Hinzu kommt ein- bis zweimal wöchentlich Sport bei Eintracht Braunschweig.


Die Kinder werden nach Alter in Gruppen mit rund acht Teilnehmern aufgeteilt. Die Kosten von 90 Euro monatlich werden von einigen Krankenkassen ganz oder teilweise übernommen. Nach Abschluss des halbjährigen Wohlfühlprogramms gibt es für die Kinder auf Wunsch vierwöchentlich ein weiterführendes Treffen. Für eineinhalb Stunden werden hier pro Teilnehmer acht Euro berechnet. Nach den Herbstferien ist der sechswöchige Elternkurs „LEO-starkes Familienessen statt Kinderdiät" neu im Repertoire des Ernäh­rungsmedizinischen Centrums.


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Familienmagazin CLICCLAC von Astrid Elisat / Oktober 2004

Zwei Mädchen erzählen von ihren Erfahrungen bei „Fit wie LEO"

"Eine innere Stimme warnt mich vor fettigem Kuchen"

Sarah ist zwölf Jahre und sagt von sich selber: „Ich bin ein bisschen breiter". Als wir zusammen für das Interview an einem Tisch sitzen, schaue ich in ein hübsches Gesicht. Das ist nicht breit. Wenn die Gymnasiastin lächelt, zeigen sich wunderschöne Zähne. Aber die Braunschweigerin weiß, sie hat zuviel Pfunde. Deshalb nimmt sie an einem Kursus des Ernährungsmedizinischen Centrums teil.


Ihre Mama habe von „Fit wie Leo" in der Zeitung gelesen, erzählt Sarah, deren Bruder, Schwester und Eltern schlank sind. Sie findet das Programm toll, weil es so vielfältig ist. „Wir haben hier alle die gleichen Probleme", berichtet das Mädchen, das gerne liest, malt und eben auch isst. Da fühle man sich in der Gruppe geborgen. Die Spiele seien lustig, und das Kochen im Haus der Familie und der Sport mit Eintracht Braunschweig mache total viel Spaß.

Laura-Madline ist auch zwölf Jahre. Sie hat schreckliche Erlebnisse aus ihrer Hauptschule zu berichten. Dort wird sie immer häufiger wegen ihres Übergewichtes gehänselt. „Die Schimpfwörter sind so gemein", betont das fröhliche Mädchen, dass in seiner Freizeit viel Sport betreibt. Doch Laura-Madline hat bei „Fit wie Leo" gelernt, dass Bewegung in Form von Reiten, Fahrrad oder Inliner fahren und Volleyball spielen nicht ausreicht, um die Kalorienmengen des von ihr üblicherweise konsumierten Fast Food Essens zu verbrennen.


„Ich habe da jetzt total umgeschaltet", erklärt sie. Denn genau wie Sarah ist sie auf den Geschmack gekommen:
Gesundes Essen schmeckt gut!


Beide Mädchen versuchen bereits selber zu Hause kalorienarmes Essen zuzubereiten, beispielsweise Früchtequark, Salat und Milchshakes. In den sechs Monaten ihrer Teilnahme haben sie Erfolge zu verbuchen.

Laura-Madline hat ihr Gewicht gehalten und Sarah hat sogar zwei Kilo abgenommen. „Da ich gewachsen bin, ist es auch zu sehen", freut sie sich. Genauso wie über die innere Stimme, die vor fettigem Kuchen warnt.

„Da beiße ich höchstens einmal von ab!"



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