Fragen rund ums Essen & Trinken
Muss mein Kind jedes Essen probieren?
- Nein, kein Kind sollte gezwungen werden, etwas zu essen, das es wirklich nicht mag. Ermuntern Sie Ihr Kind aber, wenigstens einen Bissen zu probieren.
Versuchen auch Sie die für das Kind unbekannte Speise, denn Kinder lernen durch Nachahmung.
Wecken Sie die Neugier Ihres Kindes, aber beeinflussen Sie das Kind nicht durch Belohnungsstrategien wie ” Wenn du probierst, bekommst du nachher auch ...”.
Muss das Kind den Teller leer essen?
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In der heutigen Überflussgesellschaft ist es leicht möglich, sehr viel Nahrung auf einmal zu sich zu nehmen- ungeachtet der eigenen Sättigung. Vielmehr ist es aber wichtig gerade mit Blick auf die Vorbeugung von Übergewicht, die natürliche Hunger- und Sättigungsregulation zu erhalten.
Manchmal werden kleine Kinder gefüttert, wenn sie von alleine nicht mehr weiter essen wollen. Dies kann sich jedoch nachteilig auf das Hunger- und Sättigungsgefühl auswirken. Denn wenn ein Kind von einer Autoritätsperson zum Essen aufgefordert wird, stellt es diesen äußeren Reiz über sein inneres Bedürfnis. Dies birgt die Gefahr, dass die eigenen inneren Signale missachtet werden und Essen zunehmend von äußeren Essreizen abhängig gemacht wird.
Kinder sollten lernen, sich nur so viel zu nehmen, wie sie meinen essen zu können. Sie lernen schnell, ihren Nahrungsbedarf recht gut einzuschätzen. Wenn ein Kind signalisiert, satt zu sein, sollte dies auch respektiert werden.
Häufig ist ein auffälliges Essverhalten jedoch auch Ausdruck anderer Probleme, die es herauszufinden gilt.
Dürfen Kinder zu den Mahlzeiten trinken?
-
Ja, Kinder sollten sogar von Anfang an daran gewöhnt werden, zu jeder Mahlzeit etwas zu trinken. Kinder benötigen etwa 1,5 l Flüssigkeit über Getränke - bei Hitze, Fieber sowie Sport und Spiel natürlich mehr.
Stellen Sie auch zwischen den Mahlzeiten jederzeit Getränke zur Verfügung. Kinder dürfen so viel trinken wie sie möchten.
Am Besten: Leitungs- und Mineralwasser, ungesüßte Kräuter - oder Früchtetees, Fruchtsaftschorlen
(1 Teil Saft : 3 Teile Wasser!).
Fruchtsaftgetränke und Fruchtnektare sind mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte, denen relativ viel Zucker zugesetzt wird, Fruchtsaftgetränke und Limonaden außerdem noch Aroma-, Geschmacks- und Farbstoffe.
| Getränk 1l |
Fruchtanteil (g) |
Zucker (g) |
Würfelzucker
(à 3g) |
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Apfelsaft-
schorle 1:1 |
500-600 |
60 |
20 |
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Apfelfrucht-
saftgetränk |
30-60 |
100 |
33 |
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Orangen-
nektar |
50-500 |
100 |
33 |
|
Orangen-
limonade |
0 |
80 |
27 |
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Multivitamin-
Mehrfrucht-
nektar |
500 |
47 |
16 |
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Lightgetränke – keine gute Alternative !
Sie sind zwar kalorienärmer, aber dennoch sehr süß und fördern die Gewöhnung an süßen Geschmack.
Keine koffeinhaltigen Getränke ( Eistee!) für Kinder, kein Alkohol (Malzbier!) |
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Smacks, Popps & Co zum Frühstück?
- Die Werbung erweckt den Eindruck, als ob diese so genannten Frühstückscerealien zu einer gesundheitsfördernden und modernen Ernährung dazugehören. Sie enthalten aber oft nur wenig ursprüngliche Ballaststoffe, dafür umso mehr Zucker. Sie sind somit als Süßigkeit anzusehen. Geworben wird ebenfalls mit dem Zusatz von lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen.
Kommen diese Frühstückscerealien auf den Tisch, ist es besser, diese zur Hälfte mit Haferflocken zu mischen.
Ideal sind Vollkornflocken mit Milch/Joghurt und Obst – dann ist der Zusatz von Vitaminen auch überflüssig.
Ist Honig besser als Zucker?
- Nein, die dem Honig zugeschriebenen, gesundheitsfördernden Eigenschaften sind wissenschaftlich nicht zu belegen.
Ernährungsphysiologisch ist Honig ähnlich wie Zucker zu bewerten - also in erster Linie ein schneller Energielieferant, der nur Spuren an Vitaminen und Mineralstoffen enthält.
Und für die Zähne ist Honig eher noch ungünstiger zu beurteilen als Zucker, denn er klebt stärker an den Zähnen, was die Entwicklung von Karies fördert.
Obstzwerge, Schlumpfjoghurt & Co:
Brauchen Kinder ”Kinderlebensmittel”?
Ist es "wurscht", welche Wurst aufs Brot kommt?
- < 10 % Fett:
Aspik-Aufschnitt, Corned beef, Schinken ohne Fettrand
- 10-20 % Fett:
Geflügelwurst, Bierschinken, Jagdwurst, Kasseler-Aufschnitt
- 20-30 % Fett:
Bratwurst, Leberwurst
- 30-40 % Fett:
Salami, Cervelatwurst, Teewurst u.a. Streichwürste
Sind Fischstäbchen für Kinder okay?
- Besser Fischstäbchen als gar kein Fisch!
Denn Seefisch ist neben Jodsalz die beste Jodquelle. Gleichzeitig liefert Fisch lebenswichtige Omega-3- Fettsäuren für Herz und Kreislauf.
Planen Sie einmal die Woche eine Fischmahlzeit ein. Auch Fischstäbchen kann es abwechselnd geben - am besten im Backofen gebacken und mit fettarmen Beilagen.
Vielleicht sind die ”Fischstäbchenfans” für Fischfilet mit einer kräftigen Tomaten- oder Kräutersoße oder Fischauflauf zu gewinnen.
Sind süße Riegel, Schnitten & Co ein Pausenbrotersatz?
- Der Handel bietet eine breite Palette an süßen Pausensnacks in Form von Riegeln, Schnitten und Happen an. Sie sind klein und passen in jede Tasche. Außerdem ersparen sie die Zubereitung des Pausenbrots.
Als vollwertige Zwischenmahlzeit sind sie jedoch nicht zu empfehlen, da sie hauptsächlich aus Zucker und Fett bestehen.
Häufig beworbene und hervorgehobene Zutaten wie Milch und Getreide haben dagegen einen Anteil von weniger als 50%.
deshalb: wer zwischendurch häufig süße und fettreiche Snacks bevorzugt, fördert nicht nur die Enstehung von Übergewicht und Karies, sondern verdirbt damit leicht den Appetit auf die Hauptmahlzeit.
Wichtige Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe kommen dann zu kurz.
Also: Süße Pausensnacks sind genauso wie herkömmliche Süßigkeiten zu bewerten.
Mögliche süße Ergänzung zum Pausenbrot sind die neuen Fruchtriegel oder z.B. die fettarmen SpecialK-Riegel.
Was tun mit Gemüsemuffeln?
- Bieten Sie Gemüse auch „versteckt“ in Soßen an, in pürierten Suppen oder Aufläufen, als Belag von Pizza, als Spieß mit Brot- und Käsewürfeln, als „Garnitur“ von Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis oder als Gemüsesaft.
Manche Kinder mögen kein gegartes Gemüse oder fertig angemachte Salate. Sie bevorzugen lieber frisches „Finger-food“, z.B. Gurken- oder Radieschen-Scheiben, Kirschtomaten, Paprikastreifen, Möhren- und Kohlrabistifte oder kleine Blumenkohlröschen.
Mit einem leckeren Dip aus Quark und frischen Kräutern macht selbst „Gemüsemuffeln“ das Essen von Gemüse Spaß.
Was tun mit Obstmuffeln?
- Regen Sie den Appetit des Kindes auf Obst mit einem bunten Obstsalat, einem Obstteller oder kleinen Obstspießen an.
Sie können es auch püriert als Soße anbieten zu Desserts wie Milchreis, Grieß, Joghurt- oder Quarkspeisen, als „Garnitur“ in kleinen mundgerechten Stücken, Scheiben und Streifen oder zum Frühstück in Milchmixgetränken.
Dürfen die Kinder beim Schneiden, Mixen und Anrichten helfen, macht das Obstessen hinterher mehr Spaß.
Für Frühstücksmuffel!
„Frühstücksmuffel“ haben morgens grundsätzlich keinen großen Hunger. Ermuntern Sie Ihr Kind eine Kleinigkeit zu probieren, aber zwingen Sie es nicht. Ein Glas Milch oder ein Glas Saft kann schon genügen.
- Stellen Sie Teller mit verschiedenen Obst- oder Gemüsesorten der Saison bereit. Lassen Sie Ihr Kind beim Zusammenstellen, Waschen und Schneiden helfen. Das macht Spaß und Appetit auf „Frisches“.
- Bereiten Sie mit Ihrem Kind z.B. einmal wöchentlich zusammen ein Frühstück zu.
- Gehen Sie mit dem Kind auf Entdeckungsreise, z. B. Wie entsteht Brot? oder wie wird Käse gemacht?
- Nicht jeden Tag das Gleiche anbieten; Abwechslung heißt die Devise.
- Mundgerecht geschnittene Brote, z.B. in kleinen Dreiecken machen Appetit auf mehr.
- Kleine Überraschungen, z.B. in Form von Nüssen, Sonnenblumen- oder Kürbiskernen, „versüßen“ vollwertig das Pausenbrot.
- In bunten Brotboxen bleibt das Pausenbrot appetitlicher als in Butterbrotpapier.
- Obst und Gemüse überzeugen kleine „Rohkostmuffel“ eher, wenn sie in lustige Formen geschnitten sind.
- Zu jedem Snack Getränke anbieten. Das löscht den Durst und lässt das Pausenbrot besser „rutschen“.
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